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klicken zum VergrößernRückblick auf die Seniorenausfahrt
vom 20. bis 25. Juni 2010
"Über Kassel ins märchenhafte, sagenumwobene Weserbergland"

Pünktlich um 7.30 am Sonntagmorgen, 20.6.2010 ging`s los über die Autobahn nach Würzburg, wo wir an einer Raststätte ein 2. Frühstück in Form von Brezeln und Kaffee, gestiftet von unserem Fahrer Thomas Weber, einnahmen. Soweit gestärkt, - es soll auch in verschiedenen Fällen in ein Sektfrühstück gemündet haben-, ging’s zur Stadtführung nach Kassel.

Unsere Stadtführerin, eine resolute Dame, brachte uns die Schönheiten der drittgrößten Stadt Hessens nahe. Zu beiden Ufern der Fulda gelegen, ist Kassel Universitätsstadt und Stadt der Documenta,- Kunstausstellung, die alle 5-6 Jahre dort stattfindet. Die Innenstadt ist im 2. Weltkrieg durch britische Bombenangriffe weitgehend zerstört und in den 50-ger Jahren modern wieder aufgebaut worden. Nur noch wenige historische Gebäude sind erhalten.

klicken zum VergrößernWir machten deshalb auch nur eine kurze Stadtrundfahrt und haben uns dem Bergpark Wilhelmshöhe, einer Parkanlage von Weltgeltung und besonderer Schönheit zugewandt. Wir konnten das darin befindliche Schloss Wihelmshöhe, die Löwenburg und den Herkules, -das Wahrzeichen der Stadt- bewundern.

Um 1700 von Landgraf Karl als barocke Parkanlage begonnen wurde sie im 18. um 19. Jahrh. teilweise zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet. In den Sommermonaten finden zweimal wöchentlich die Kasseler Wasserspiele statt; wir hatten das Glück, am Sonntag um 15 Uhr dort zu sein, dank der guten Planung unserer Stadtführerin.

Ein wichtiges Element im Bergpark ist das krasser in Form von gefassten Wasserbecken, scheinbar natürlichen Seen, als Bachlauf und als Wasserfall. In einem ausgeklügelten System ergießen sich innerhalb einer Stunde 1200 Kubikmeter Wasser durch den Park hinunter zum Schloss Wilhelmshöhe. Man kann zu Fuß das Wasser von oben bis unten begleiten. Es endet mit einer stolzen Fontäne in einem See. Der 1. Höhepunkt der Fahrt.

klicken zum VergrößernWeiter ging die Fahrt über die Deutsche Märchenstraße in die Münchhausenstadt Bodenwerder. Der Lügenbaron ist dort 1720 geboren und nach einem abenteuerlichen Leben 1797 gestorben.

Die 1.deutschen Sprachwissenschaftler, die Gebrüder Grimm haben sich im Weserbergland mündlich überlieferte Märchen und Sagen erzählen lassen und dann aufgeschrieben. So wird die Burg Polle mit „Aschenputtel und die Sabraburg mit „Dornröschen“ in Verbindung gebracht.

Am 21.6. ließen wir`s etwas gemütlicher angehen. Wir sind vom Waldparkplatz bei Lüntorf auf dem “Pilgerpfad“ nach Hehlen gewandert bzw. wurden die Kurzwanderer auf halber Strecke vom Omnibus abgeholt und nach Bodenwerder zurückgebracht.

Am Nachmittag unternahmen wir einen gemeinsamen Rundgang durch Bodenwerder, einem von den wie Perlen an einer Kette aufgereihten romantischen und verträumten Städtchen und Dörfern entlang der Weser.

Am 22.6. hatten wir zunächst eine Stadtführung in der Rattenfängerstadt Hameln, geführt in 2 Gruppen. Den beiden Stadtführerinnen großes Lob. Die Rattenfängergeschichte ist, wie an vielen Gebäuden ersichtlich noch immer lebendig, wobei sie von den 130 verschwundenen Kindern, die der Rattenfänger entführte, weil ihm die Oberen der Stadt den vereinbarten Lohn für die Befreiung von der Rattenplage nicht gezahlt haben, historisch nicht eindeutig bewiesen ist.

klicken zum VergrößernDanach ging`s weiter zur Porta Westfalica, dem Durchbruchstal der Weser durch das Weser- und Wiehengebirge.

Es ist der Übergangsbereich des Weserberglandes in die Norddeutsche Tiefebene, auf die man einen herrlichen Blick hatte. Von dort sind wir zum Kaiser Wilhelm Denkmal, eingeweiht am 18.10.1896) einem 88m hohen Kuppelbau mit dem 7 m hohen Kaiserstandbild Wilhelm I., der wie segnend die Hand über das Land, die damalige Preußische Provinz Westfalen hält, aufgestiegen.

Am 23.6. erfolgte zunächst ein Rundgang durch die historische Altstadt von Detmold, der ehemalige Residenzstadt der Fürsten zur Lippe- im wesentlichen im Weserrenaissancestil erbaut, dann durch den Schlosspark mit Lortzing-Denkmal, zurück zum imposanten Landestheater, der größten Landesbühne Deutschlands.

Hoch über der Stadt erinnert das 1875 eingeweihte Symbol der Region, das Hermannsdenkmal, an die berühmte „Varus-Schlacht“ im Teutoburger Wald“ im Jahre 9 n.Chr., zu dem wir natürlich hinaufsteigen mussten.

klicken zum VergrößernDie vor ca.70 Mio. Jahre entstandenen Externsteine standen als nächstes auf dem Programm. Dreizehn Sandsteinfelsen ragen in einer Reihe von 20-38 m aus einem Bergrücken heraus. Auch uns hat die ehemalige heidnische bzw. germanische Kultstätte, später nach der Christianisierung auch Wallfahrtsort, fasziniert. Für die Wanderer reichte es noch zu einer Wanderung um den Bärenstein oder zu einem kleinen Rundgang um den See. Nach Kaffee und Kuchen beim Felsenwirt erfolgte dann die Rückfahrt nach Bodenwerder nach einem ereignisreichen Tag.

Am 24.6. fuhren wir mit dem Schiff weseraufwärts bis nach Polle. Dort erwartete uns der Bus zur Fahrt zum Schloss und Kloster Corvey, einem einzigartigen Ort von Architektur, Kultur und Geschichte. Das fast 1200-jährige Westwerk, die in gotischen Stil mit barocker Innenausstattung erbaute Abteikirche mit Kaisersaal, Kreuzgang und bedeutender Bibliothek, in der Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar wirkte, bilden ein Ensemble von unverwechselbarer kultureller und historischer Ausstrahlungskraft. Es steht auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe.

klicken zum Vergrößern25.6.: schon wieder Abreisetag! Entlang der Weser vorbei an Höxter nach Hann. Münden, der Wirkungsstätte von Dr. Eisenbart.

Ein kleiner Spaziergang führte uns zum Fluss „ohne Quelle“, an den Weserstein, auf dem zu lesen steht:

Wo Werra sich und Fulda küssen,

sie ihren Namen büssen müssen,

und hier entsteht durch diesen Kuss,

Deutsch bis zum Meer der Weserfluss.

Zügig ging es dann über Fulda und Würzburg nach Ludwigsburg, wo wir wohlbehalten gegen 17.00 Uhr eintrafen.

(Gisela Aßfalg)

Rueckblicke auf Jahresfahrten der Senioren der vergangenen Jahre