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Rückblick auf die Wanderung
"Von Zwingenberg nach Eberbach"
am 19.09.2010
Am Morgen des 19.9.2010 bestiegen 22 WanderfreundInnen am Ludwigsburger Bahnhof auf Gleis 1 den Regionalzug nach Neckarelz. Es war noch kühl und stellenweise neblig, was vom Oberdeck aus sehr schön anzusehen war. Die Silhouette von Besigheim ragte noch in den Nebel, der entlang des Neckars auch noch in den Niederungen lag. Lebhafte Unterhaltung ließ die 1. Stunde schnell vergehen und das Umsteigen war kein Problem. Den Anschlusszug verließen wir schon wieder an der nächsten Station. Hier in Zwingenberg hielt Gustav König als heutiger Wanderführer die Begrüßungsansprache und Hans Stoehr erklärte sich zum 2. Wanderführer und „Lumpensammler“.
Zwingenberg ist eine Staufergründung und ein nettes Kleinstädtchen, das bald eine neue hochwillkommene Attraktion bekommt. Eine fast fertige 2- Pfeilerbrücke wird demnächst die Fähre ersetzen. Die Burg hatte auch noch Nebelkappen auf, aber nicht mehr lange. Sie ist noch in herzöglich badischem Privatbesitz, auf der Klingelanlage des Tores steht schlicht „von Baden“. Es ist ein trutziges Bauwerk aus Bundsandstein, das auf gewachsenem Felsen steht und dessen Bergfried auf die Stauferzeit zurückgeht. Zu Festspielzeiten öffnen sich die Tore für jedermann. Die Burg Zwingenberg steht am Ende der Wolfsschlucht, die anlässlich eines Besuches den Komponisten Carl Maria von Weber derart inspiriert hat, dass er sie in seine romantische Oper „Der Freischütz“ eingebaut hat. Das kann man beim Durchwandern gut nachvollziehen. Beeindruckend hat der kleine Fluss – momentan nur ein Rinnsal – sich tief in die Felsen gegraben. Umgestürzte Bäume liegen kreuz und quer, ein mächtiger Sandsteinmonolith dient als Brücke und stellenweise sind Halteseile eine gute Wanderhilfe. Da uns der obere Ausgang versperrt war, mussten wir bis zur Burg zurück.
Im Ort gab es die erste Apfelpause und danach begann die Wanderung nach Eberbach. Meistens gingen wir auf naturbelassenen Wegen durch Wald und Wiesen, mit überraschenden Anstiegen und gemäßigtem Auf und Ab. Für die Mittagspause fand sich ein schöner Platz mit Tischen und Bänken und einem friedlichen Ausblick auf die sich schon verfärbenden Wälder am andern Neckarufer. Wir fanden auch Pilze, unter anderem zweimal den grünen Knollenblätterpilz, der auch in dieser Saison schon wieder Menschen das Leben gekostet hat. Er wird manchmal für einen Champignon gehalten, was bei den ganz sicheren Unterscheidungsmerkmalen nicht passieren dürfte. Zu meiner Freude sah ich auch erstmals die „krause Glucke“, die ich bisher nur aus Pilzbüchern kannte. Von der Teufelskanzel aus sieht man hinunter auf die Staustufe Rockenau, die gerade ein Frachtschiff verlassen hatte, das nun mit einer deutlichen Kielwasserspur seine Bahn neckarabwärts zog.
Schon von weitem grüßten die Doppeltürme von St. Johann Nepomuk in Eberbach, die den Turm der evangelischen Martinskirche und 2 Stadttore überragen. Ganze Straßenzüge sind auf die ehemalige Befestigungsmauer gebaut und schöne Fachwerkhäuser säumen die engen Altstadtgassen. Die Neckarpromenade war bei dem strahlenden Wetter ein Besuchermagnet, verschönert durch die bunte Pracht von Blumen in den Anlagen und an den Fenstern. Dass die Stadt, wie viele Städte an Flüssen gelegen, auch schwere Zeiten erlebt hat, konnten wir uns vorstellen anhand diverser Hochwassermarken, die bis zu Pegelständen von 11 Metern gegangen sind.
Im „Adler“ wurden wir freundlich empfangen und dank der Voranmeldung klappte die Bewirtung flott und schmackhaft. Ein kurzer Gang durch die Stadt mit der Besichtigung zweier Kirchen für einige von uns führte zum Bahnhof. Dieter Holzwart ergriff für uns alle das Wort und dankte den Wanderführern für diese tolle Tour. Es ging ohne Umsteigen direkt nach Ludwigsburg, wo wir uns bei herzlichem Abschied glücklich priesen, dabei gewesen zu sein.
(Gisela Seltmann)
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