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Rückblick auf die Wanderfreizeit auf der Insel Usedom
vom 28. September bis zum 4. Oktober 2010
Was lange währt, wird endlich wahr!
Am 28. September 2010 fuhren 45 Ludwigsburger Wanderfreunde mit dem Bus in Richtung Usedom, um dort zu wandern.
Nach 13-stündiger Fahrt trafen sie müde, steif und hungrig in Zinnowitz ein. Quartier war dort die Familienheimstätte „CASA FAMILIA“. Nach dem Abendbrot verschwanden sie schnell auf ihr Zimmer und begaben sich zur Ruhe, da am nächsten Tag gleich gewandert werden sollte.
Der 1. Wandertag:
Vorgesehen waren 15 km. Der Bus brachte uns zum Ausgangspunkt Koserow/Seebrücke. Nach einem Gang auf die Seebrücke bei stürmischer See wanderten wir am Steilufer auf teils schmalen Pfaden zum Streckelsberg. Dann ging es zum Kölpinsee zur „Seeperle“, wo sage und schreibe 45 Matjesbrötchen zum Verzehr bereit lagen. Nach dieser Völlerei ging es in Richtung Stubbenfelde weiter, dort stiegen die Teilwanderer in den Bus und wir zogen weiter nach Loddin zur Landspitze. Ein gutes Stück wanderten wir auf Deichen und entdeckten plötzlich ein Seeadlerpärchen. Sie strichen tief über das Ried, um eventuell ein Bleßhuhn zu erbeuten, ihre Lieblingsspeise. Bei der Höhe 22,1 überquerten wir eine Wiese auf dem Weg zur Spitze. Wir waren ergriffen von der Schönheit und Größe des Achterwassers, das in der Ferne in den Peenestrom einmündet. Jetzt kehrt und auf sandigem Weg ging's nach Loddin, wo unsere Teilwanderer schon in der Wirtschaft „Waterblick“ saßen. Nach Speis und Trank sollte es eigentlich noch 4 km weitergehen, aber wir entschieden uns für den Bus. Somit waren’s dann nur 12 km, was auch gereicht hat.
Der 2. Wandertag 16 km:
Von Zinnowitz wanderten wir über Karlshagen nach Peenemünde. Klarer Himmel, die Sonne schien. Wir wanderten 8 Kilometer am Strand entlang nach Karlshagen. In der Nacht hatte starker Wind die Muscheln zuhauf an den Strand gespült. Das Bernsteinfieber brach aus. Mit Stöcken und Füßen wurden die Muschelbänke durchwühlt. Einige wurden fündig. Mit Müh und Not ging es nur vorwärts, denn wir waren in Karlshagen im „Dünencafee“ bei 'Matjes und Co. verabredet. Nach diesem Genuss ging es nach 2 km Busfahrt weiter auf der Peeneseite nach Peenemünde. Unterwegs trafen wir auf gesprengte oberirdische Bunker, wo seinerzeit die Raketenteile gelagert wurden. Im Peenemünder Museum wurden wir erwartet, die Führung war sehr interessant. Ich möchte den Werdegang kurz zusammenfassen: Peenemünde war ab 1936 Raketenversuchsanstalt des Heereswaffenamtes und wurde von Werner von Braun und General Dornberger geleitet. Hier wurde die Grundlage für die heutige Raumfahrterforscht. Ab Karlshagen war das Areal über 50 Jahre absolutes Sperrgebiet. Nach dieser Führung waren wir doch geschafft, immerhin sind wir vorher 16 km Kilometer gelaufen.
Der 3. Wandertag:
Heute wandern wir im Landesinneren. Der Bus brachte uns zum Haltepunkt Bansin, wir wanderten am großen Schmollensee nach Sellin. Unterwegs hatten wir immer wieder schöne Ausblicke auf den See. In Benz besuchten wir die Kirche und bewunderten die einzigartige Kassettendecke. Kein Ornament glich in seiner Ausführung dem anderen. Nach dem gemeinsamen Lied „Großer Gott wir loben Dich“ ging's weiter zum Kückelsberg (62 m hoch !). Von unserem Rastplatz aus konnten wir in der Ferne das Wasser des Kleinen und Großen Krebssees blinken sehen. Nach der Pause wanderten wir weiter durch Feld und Flur zur Viktoriahöhe. Oben auf dem Berg ist eine Tafel, die uns mitteilt, dass hier die Kaiserin Viktoria, die Gattin von Wilhelm II, verweilte. Am nördlichen Waldrand erwartete uns der Bus an der Selliner Straße und brachte uns zurück ins Hotel. Immerhin sind wir 15 km gewandert.
Der 4. und letzte Wandertag 16 km:
Diese Wanderung ist ein Mix von Wald, See und Strand. Ausgangspunkt ist das Seebad Ahlbeck. Durch ein Kleingartengelände wandern wir durch herrliche Eichen- und Buchenwälder nach Korswandt, wo uns wieder Matjes und Konsorten erwartet, denn die Wanderer lechzten schon danach, da es am vorigen Tag nichts gab. Entzugserscheinungen waren bei manchem vorprogrammiert. Pünktlich waren wir da und Matjes und mehr waren im Nu verputzt. Nach dieser reichhaltigen Stärkung wanderten wir am Wolgastsee weiter in Richtung polnische Grenze. Durch ein verrostetes Eisentor betraten wir Polen. Plötzlich klingelten überall die Handys. Wir wurden nicht barsch zurückverwiesen, von wegen fremdes Territorium zu betreten, sondern freundlich begrüßt: Herzlich willkommen in Polen, wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen. Das war wirklich eine Überraschung, wo man sonst einen anderen Ton gewohnt ist. Der frühere polnische Grenzweg hatte es in sich. Durch Erosion teils ausgewaschen und tief zerfurcht mussten wir vier Hügel bezwingen. Es wurde geprustet und gekeucht. Es ist halt ein anderes Gehen auf Sand als auf festem Untergrund. Aber hinter jedem Hügel wurde angehalten und gewartet bis sich die Lungen „beruhigt“ hatten. Als Belohnung für die erlittenen Strapazen sind wir noch rund 5 Kilometer bei Sonnenschein am Strand bis zur Ahlbecker Seebrücke gelaufen. Auch da brach nochmals das Bernsteinfieber mit Erfolg aus. Leider gingen die vier Wandertage schnell vorbei, und einhellig war die Meinung, dass der Aufenthalt auf dieser schönen Insel zu kurz war. Auch die Unterkunft „Casa Familia“ war in allem Top.
Über die Gestaltung und Durchführung des Wanderprogramms bis zum Bericht habe ich mein Versprechen eingelöst und wir verbleiben in Freundschaft. Der Hamburger Oldtimer Rolf Büchelmaier und Frau Uschi.
Und für die Zukunft weiterhin „Gut Fuß und ohne Blas“ !
Rückblick auf andere mehrtägige Wanderfahrten
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