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klicken zum VergrößernRückblick auf die Wanderung
zum Merkur und Schloss Hohenbaden
am 22. Mai 2011

Bei strahlendem Wetter nahmen die Wanderführer Toni Ludl und Hans Stöhr 25 gut gelaunte Wanderer am Bahnhof Ludwigsburg in Empfang. Mit dem Zug ging es zunächst nach Karlsruhe und weiter nach Baden-Baden, von dort schließlich mit dem Bus hinauf zur Standseilbahn, die auf den Gipfel des Baden-Badener Hausbergs "Merkur" führt. Diesen römischen Namen verdankt der Berg (eigentlich "Großer Staufenberg") einem Votivstein mit dem Reliefbild des Handelsgottes Merkur, der schon im 16. Jahrhundert auf dem Berg gefunden wurde. Ein Abguss befindet sich auf dem Gipfelplateau.

Bei unserer Ankunft fanden wir das Rollgitter der Seilbahn verschlossen vor. Was war los? "In Baden-Baden herrscht heute Morgen Stromausfall. Niemand weiß, woran das liegt und wie lange es noch dauern wird" klärte uns die Kioskbesitzerin auf. Jetzt war guter Rat teuer. Zu Fuß hinauf oder den Abstecher auf den Gipfel ganz weglassen? Während unsere Wanderführer noch über eine Entscheidung diskutierten, kehrte der Strom glücklicherweise zurück und wir wurden eingelassen. Anscheinend waren die technischen Einrichtungen der Bahn auch etwas irritiert durch den Stromausfall, denn der Fahrkartenautomat fing plötzlich an, Geldscheine auszuspucken! Das fiel unserem Wanderfreund Horst W. natürlich sofort auf und er brachte das Geld umgehend zum Schalter. Wir Albvereinler sind schließlich ehrliche Leut!

klicken zum VergrößernSchließlich waren wir alle in der Bahn und fuhren die 1200 m lange Steilstrecke hinauf. Rechts und links der Fahrschneise blühten wahre Prachtexemplare von Rhododendronbüschen in leuchtendem Lila, teilweise waren die Büsche fast baumhoch; dazwischen immer wieder violette Fingerhüte, wunderschön!

Vom Merkur-Aussichtsturm reichte der Blick weit in den Talkessel von Baden-Baden mit dem Fremersberg (Sendeanlagen des SWR) und den Burgruinen Hohenbaden und Alt-Eberstein. Die Sicht umfasste die Berge des Nordschwarzwaldes, die Städte Gaggenau und Gernsbach und ging bis in die Rheinebene hinaus. Direkt vor uns bauten sich die Felswände des Battert auf: Dorthin führte uns nun unsere Wanderung.

klicken zum VergrößernZunächst ging es hinab zur sogenannten "Wolfschlucht" und durch schönen Laubwald hinauf zur "Engelskanzel". Unterhalb dieses herrlichen Aussichtsfelsens konnten wir sogar Esskastanienbäume ausmachen, die anscheinend im milden Klima von Baden-Baden gut gedeihen. Weiter ging es bergauf bis zum "Unteren Felsenweg", der uns zum Battert und weiter zur Schlossruine Hohenbaden führte. Auf dem herrlich weichen Waldboden und im Schatten des dichten Waldes machte das Wandern so richtig Freude. Mächtig türmten sich die Felswände des Battert über uns auf. Sie erinnerten uns sehr an die Felsformationen im Elbsandsteingebirge. Viele Kletterer waren mit Seil und Haken in den Wänden unterwegs.

Bald darauf erreichten wir Schloss Hohenbaden, auch "Altes Schloss" genannt, und Hans Stöhr erzählte und einiges zur Historie des Schlosses. Senkrechte riesige Mauern erinnerten an eine Festung. Viele Stufen führten hinauf in den inneren Schlosshof und weiter auf eine Galerie. Was für ein mächtiges, imposantes Gemäuer! Im Innern befindet sich in einem Fensterbogen eine Windharfe, die je nach Windrichtung zarte Töne erklingen lässt – und überall wieder bezaubernde Ausblicke in die schöne Schwarzwaldlandschaft. Im Schlosscafe genoss mancher Wanderer noch ein Viertele oder ein Eis, dann begann der Abstieg über die kleine Bernharduskapelle und durch das ehemalige Gartenschaugelände mit seinen prächtigen Parkbäumen. Wir kamen am "Neuen Schloss" vorbei, für das sich nach langer Suche nun ein arabischer Investor gefunden hat. Der Umbau in eine Luxusherberge hat bereits begonnen.

klicken zum VergrößernAn der Stiftskirche ging's vorbei zu unserer Einkehr im Gasthof Löwen. Die Sonne hatte uns zum Schluss ordentlich Durst gemacht! Hinterher war noch Gelegenheit zu einem kurzen Stadtbummel. Viele Menschen flanierten durch die Straßen oder saßen in den Cafés; fast alle Läden waren geöffnet. Es herrschte eine fröhliche, südliche Atmosphäre. Der Abschied fiel uns recht schwer.

Gustav König bedankte sich im Namen aller Teilnehmer sehr herzlich bei Toni Ludl und Hans Stöhr für die gelungene Wanderung mit ihren landschaftlichen und historischen Höhepunkten. Wir waren uns einig: "Das war ein schöner Sonntag!"

(Christa Mugele)