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Rückblick auf die
Dreikönigswanderung
am 06. Januar 2012

Trotz unwirtlichen Wetters trafen sich 38 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde zu moderater feiertäglicher Zeit um 11 Uhr am Bahnhof Ludwigsburg. Der Wind mit Spitzenböen hat ziemlich nachgeholfen. Capes und Mützen waren heut praktischer als Schirme. Auch mein Kopf steckte warm in einer Mütze des Schlösslesfelder Pfarrers, dem mich der Wind auf dem Marktplatz fast in die Arme wehte und der Mitleid mit mir wegen meiner Vergesslichkeit hatte. Per S-Bahn mit Umsteigen erreichten wir Malmsheim, wo Klaus O. uns mit Ingrid zusammen noch mal herzlich begrüßte. klicken zum VergrößernFür viele war es nach der Silvesterwanderung ein schnelles Wiedersehen. Klaus erzählte uns Historisches über Malmsheim, das 1972 durch Eingemeindung nach Renningen seine Selbständigkeit verlor. Renningen bekam dadurch nicht lange danach die Stadtrechte. Wir gingen los in Richtung Martinskirche, die seit der Renovierung der Renninger Kirche der alljährlichen großen Krippenausstellung Raum gibt. Die Pitzal-Stiftung unterhält in Renningen noch ein kleineres ständiges Krippenmuseum, zur Hauptaufgabe hat sie sich aber diese vom 3. Advent bis Maria Lichtmess andauernde große Ausstellung gemacht. klicken zum VergrößernViele Hände helfen fast 3 Wochen lang beim Aufbau, und etwa 600 Figuren der inzw. verstorbenen Hildegard Buchhalter bringen jedes Jahr ein anderes inzwischen aktuelles Thema zum Leben. Schon im Eingang begrüßt uns der "Papst" im offenen Auto vor Berliner Kulisse. Innen sind in Schaunischen kleiner Krippen aus aller Welt zu sehen. Davor "diskutieren" römische Soldaten scheinbar wichtige Probleme und eine Kamelkarawane ist auf dem Weg nach Bethlehem. Herr Pfarrer Pitzal selbst hielt einen informativen Vortrag. Das Hauptthema in diesem Jahr sind Energie und Umwelt, und die Figuren mit den individuellen Gesichtern werden zu Bergleuten, Ölförderern bis zu Atomtechnikern. Ein Bogen wird wieder geschlagen zur Arche des Noah, der auch schon mit Umweltproblemen zu kämpfen hatte, und dem Vorjahresgau in Japan. In der langen Fassade von meist Fachwerkhäusern sieht man Handwerker, Geschäftsleute, Schulen und Privathaushalte in Funktion, ehe man am Verkaufstisch durch Kaufen von DVDs, CDs, Büchern und einer Spende in der entsprechenden Box mit hilft, internationale Hilfsprojekte zu unterstützen. Vor der Kirche musste am Glühweinstand ebenfalls zur Unterstützung der dort frierenden Initiatoren angehalten werden. Dann war aber wirklich Wandern angesagt. klicken zum VergrößernEs ging aus Malmsheim hinaus durch dörfliche Besiedelung, wo die Vorgärten und Fenster hübsch weihnachtlich dekoriert waren. Auf dem freien Feld pfiff der Wind und die Wolken konnten den Regen oft nicht halten. In Renningen wurde die Faschingssaison eröffnet. Anlässlich des "Häs' Abstaubens" fand ein Treffen der Fanfarenzüge und Hexen der näheren Umgebung statt Ein schöner Dreibogenbrunnen stellt die Zusammenlegung der zwei schon genannten Orte künstlerisch dar. Wir kamen zum Renninger Naturtheater beim ehemaligen Steinbruch "Langenbühl", wo unter Beteiligung vieler Bewohner im Sommer Theater für Jung und Alt gespielt wird. Hier trafen wir Olligs Tochter mit ihrem Mann, die "technisch" und "kulinarisch" auch seit langem alle Jahre wieder beteiligt sind. Sie konnten uns Interessantes über das Naturtheater erzählen und blieben im Anschluss bei uns. Die Wanderung wurde über "schmatzende" Waldwege fortgesetzt bis zum Naturfreundehaus "Wanne", dessen türkischer Pächter – allein mit einer Hilfe – jetzt fast überfordert war. Es bekamen aber alle früher oder später das gewünschte Essen und das Warten machte uns bei der anhaltend guten Stimmung gar nichts aus. Klaus hielt noch eine launige Kurzansprache mit Festsetzung der Abmarschzeit, die sogar eingehalten werden konnte.klicken zum Vergrößern Günter (der ohne h), unser Neu-Wanderführer, bedankte sich in unser aller Namen für diese gelungene Tour. Es wurde "Abend und wurde Nacht" (Zitat von Klaus), und ich erlebte meine erste Albvereinsnachtwanderung. Profis hatten sogar Taschenlampen dabei. Vom Bahnhof Rutesheim ging es zurück nach Ludwigsburg. Dieser Tag war unter allgemeinem Beifall ein wunderschöner Start in ein neues Wanderjahr.

Gisela Seltmann

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